Werte als Grundlage für Erfolg
Ein Beitrag zur Wertediskussion für Jung und Alt

Von Inge Thürkauf-Hugenschmidt. "Die Jugend muss notwendig darüber belehrt werden, dass die Keuschheit vom medizinischen Standpunkt aus unbedingt zu empfehlen ist. Keuschheit ist für den jungen Menschen die mächtigste Förderung des Erfolges auf allen Gebieten." Dieser Satz stammt leider nicht aus einem aktuellen schulischen Lehrplan. Er war das Leitmotiv auf dem Weltkongress für Gesundheitspflege 1902 in Brüssel, also vor über hundert Jahren. In der Zwischenzeit haben wir uns an Aussagen gewöhnt, die das Gegenteil propagieren. In einer Instruktion aus der "68er-Bewegung" heisst es: "Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um
die Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen und den Autoritätsgehorsam einschliesslich der Kinderliebe zu den Eltern gründlich zu beseitigen."

Wie wir wissen, wurde diesem Aufruf in erschreckendem Masse Folge geleistet. Unzählige haben sich auf sexuelle "Abenteuer" eingelassen und haben Nachteile und Misserfolg geerntet. Tatsächlich waren und sind die Auswirkungen auf die Gesellschaft und insbesondere auf die Familie gravierend: Denken wir nur an die Bindungsunfähigkeit so vieler junger Menschen, an die überbordenden Ehescheidungen und die zerbrochenen Familien, an Gewalt in der Partnerschaft, an AIDS … Nicht zuletzt fielen der "sexuellen Revolution" in den letzten Jahrzehnten durch Abtreibung Millionen ungeborener Kinder zum Opfer.

Trotz schockierender Berichte über eine haltlos und orientierungslos gewordene Jugend, gibt es jedoch konkrete Anzeichen für eine Umkehr. Junge Menschen suchen nach neuen Lebensformen. Sie haben die grosse Leere erfahren, als sie dem Rat folgten, zu  tun "was Spass macht", und vor allem haben sie unbewältigtes Leid erfahren, wenn sie ihrer sexuellen Freizügigkeit nachgingen. Studien belegen, dass 80 % der Mädchen und jungen Frauen wünschten, sie hätten noch gewartet. Innere Leere, Leid, Enttäuschungen und Krankheit vermindern die für eine erfolgreiche Entwicklung in Schule, Beruf und privatem Umfeld notwendige Energie des Menschen.

In den letzten Jahren haben sich verschiedene private Initiativen gebildet, allen voran "Wahre Liebe wartet" und "Erziehung zur Reinheit", die offensiv die Tabuthemen Keuschheit und Reinheit wieder ins öffentliche Gespräch bringen, weil sie erkannt haben, dass wahre Freiheit und Selbstbestimmung nur in der Reinheit erreicht werden können und wenn der Plan des Schöpfergottes für die Geschlechter und die Ehe befolgt wird. Namentlich in den USA kommt den Sexualerziehungsprogrammen, die auf Enthaltsamkeit vor der Ehe setzen, auch staatliche Förderung zu.

Die heute 29-jährige Sängerin und Grammy-Gewinnerin Rebecca St. James ermuntert die Jugendlichen seit Jahren immer wieder mit Aussagen wie: "Eure Teenagerjahre sind ein Geschenk. Nutzt sie klug! Und wartet auf den Ehepartner, den Gott für euch vorgesehen hat. Gott hat Besseres mit euch vor, als ihr mit voreiligen Entscheiden glaubt erreichen zu können." Für diese Worte der jungen Sängerin kann man nur danken und hoffen, dass sie tausendfach Gehör finden mögen, dass diese Anfänge eines Wandels bei einer immer grösser werdender Zahl junger Menschen, die sich entscheiden, vor der Ehe enthaltsam zu leben, weitergehen. Ihnen gehört die Zukunft!